Der Kongresstourismus in Polen und seine zunehmende Bedeutung

Wien ist bereits seit vielen Jahren Spitzenreiter im Bereich Kongresstourismus, da dort die meisten Kongresse in Europa veranstaltet werden. In Polen ist dies erst so wirklich seit Anfang des Jahres 2000 von Bedeutung, da das Land erst nach der Wende für andere zugänglich wurde und dadurch das Interesse der Investoren auf sich zog.

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Derzeit finden wichtige Kongresse in den bekanntesten Großstädten Polens, wie Warszawa, Krakow oder Poznan, statt und zieht Jahr für Jahr immer mehr Besucher an. Dieser Tourismus wird allmählich zu einer wahren Goldgrube. Doch kann es allen Standards gerecht werden? Was muss noch gemacht werden?

Anfänge des polnischen Kongresstourismus

Bereits im Jahr 1887 fand in Krakau der erste Kongress für Ökonomen und Juristen statt, an welchem 200 Personen teilnahmen. Zu dieser Zeit kümmerten sich schon Fachmänner, um die Organisation dieser. Außerdem wurde es als zusätzliche Einnahmequelle für die jeweilige Stadt gesehen, was heute nicht anders ist. Nur die Teilnehmerzahl ist um einiges höher – sie beträgt meistens über 1.000 Teilnehmer- und es gibt so genannte Convention Bureaus in nahezu jeder Großstadt, die sich um die Organisation und Vermarktung dieser Veranstaltungen kümmern. Zwischen den Jahren 1996 und 2000 hat der Kongresstourismus erst so langsam an Fahrt aufgenommen, denn die Zahl der veranstalteten Kongresse und Firmenumsätze verdoppelte sich im Vergleich zu den vorherigen. Die Anzahl der Konferenzsäle war aber noch sehr gering – nur knapp über 10.

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Sprungbrett für den Kongresstourismus in Polen: EM 2012

Wie bereits erwähnt, ist die richtige Vermarktung einer Konferenz besonders wichtig. Um für diese Werbung zu machen, eignen sich verschiedene Wege, z.B. auch eine EM. Polen hatte das Glück im Jahr 2012 neben der Ukraine der Veranstalter der EM 2012 zu sein, wodurch der Zugang zum internationalen Publikum möglich wurde. Aus diesem Grund machten 46 % der Veranstaltungen in Polen Kongresse aus, was ein bisheriger Rekord war. Dies bedeutete eine Zunahme an Veranstaltungen nicht nur in der Hauptstadt, sondern auch in anderen polnischen Städten, wie Poznan, Krakow, Wroclaw, Katowice, Bydgoszcz und Kielce.

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Poznan ist seit Jahren sehr wichtig für den Kongresstourismus, da dort 2.000 Veranstaltungen stattfinden, u.a. auch die Klimakonferenz der Vereinten Nationen COP14. Dies hat den Anstieg der Besucherzahlen auf den zahlreichen Messen in Poznan zur Folge, wodurch die Stadt automatisch mehr Geld einnimmt. Der Erfolg Poznans ist aber vor allem auf die tolle Organisation des Poznan Congress Centers zurückzuführen, der sich für Kongresse einige Jahre im Voraus bewirbt und dadurch seine Chancen steigert.

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Trotz allen Bemühungen Poznans kann es nicht mit den Top-Kongressstädten Krakow und Warszawa mithalten, da diese allein aufgrund ihrer Geschichte mehr Interesse bei den Kongresstouristen und Investoren wecken. Aber auch die am Meer liegenden Städte setzen immer mehr auf den Bau bzw. Ausbau ihrer Hotels, der den Anforderungen der Kongresstouristen gerecht wird. Dort können diese nicht nur Meeresluft schnuppern, sondern ebenfalls im Spa oder Hallenbad ein wenig entspannen und hochwertiges Essen genießen.

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Zweifellos hat Polen großes Potenzial im Kongresstourismus-Bereich, da es im Herzen Europas liegt und dadurch für nahezu alle europäischen Länder die Anfahrt nicht allzu weit ist. Die Infrastruktur wird stetig besser und die Städte investieren immer mehr in ihren Ausbau und ihre eigene Entwicklung. Auch die Hotels verdienen sehr gut daran und denken über weitere Standorte in anderen polnischen Städten nach bzw. haben diesen Schritt bereits gewagt. Dort wollen Sie ihren Fokus direkt auf Kongresse legen und riesige Veranstaltungsräume einbauen.

 

Die wichtigsten Standorte für Investoren in Osteuropa

Wenn man über die wichtigsten Standorte in Osteuropa nachdenkt, fallen einem direkt die osteuropäischen Metropolen bzw. Hauptstädte wie Prag oder Moskau ein. Doch sind diese ebenfalls für Investoren attraktiv oder haben hier andere osteuropäische Städte die Nase vorne?

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Moskau an der Spitze

Moskau liegt zwar immer noch an der Spitze, wenn es um Investitionen und Messeveranstaltungen geht, aber St. Petersburg, Kasan und Jekaterinburg wird eine immer größere Bedeutung zugeschrieben. Vor allem Kasan kann sich mit einer bedeutenden Zunahme von Messeveranstaltungen rühmen. Doch die erlassenen Sanktionen gegenüber Russland hinterlassen Spuren, was an den gekürzten Flugverbindungen erkennbar ist. Einige deutsche Fluglinien fliegen nicht mehr auf direktem Wege nach Russland oder seltener als zuvor. Dadurch müssen die nach Russland Reisenden mehr Zeit und Geduld für ihre Reise nach Russland einkalkulieren. Hinzu kommen die überfüllten Flugzeuge und das Problem mit dem Geschäftsvisum, welches um die 150 Euro kosten kann. Vor Ort sind die Taxipreise zwar akzeptabel. Aufgrund des Verkehrs ist es jedoch nicht gerade empfehlenswert mit dem Taxi zu fahren. Mit den öffentlichen Verkehrsmitteln gelangt man da schneller an sein Ziel. Moderne Hotels gibt es in Moskau schon seit längerer Zeit. Diese werden ständig erneuert, in die älteren Hotels wird jedoch ebenfalls viel Geld investiert, weshalb diese den westlichen Standards in nichts nachstehen.

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Vilnius dominiert das Baltikum

In Vilnius finden zahlreiche Messen und Konferenzen statt, weshalb der Wert der ausländischen Direktinvestitionen um fast 6 Prozent gewachsen ist. Die Wichtigkeit der litauischen Hauptstadt ist auch in der Wirtschaftsleistung Litauens erkennbar, da die dort ansässigen Unternehmen ca. 40 Prozent dieser ausmachen. Trotzdem bieten bis jetzt nicht viele Fluggesellschaften Flüge nach Vilnius an und die langwierige Auto- oder Zugfahrt dorthin möchte man sich lieber nicht antun. Dafür gibt es günstige Übernachtungsmöglichkeiten, die ab 30 Euro beginnen.

Riga ist Vilnius dicht auf den Fersen, da die lettische Hauptstadt einen Gewinn von knapp 4,5 Prozent im Jahr 2015 verzeichnen konnte und der Trend steigend ist. In Sachen Messe kann sie mit Vilnius jedoch nicht mithalten, weil dort kaum Messen stattfinden. Die Anfahrt ist mit der nach Litauen zu vergleichen, nur die Hotelpreise sind noch um einiges günstiger.

Das estnische Tallinn spielt hier eindeutig eine Nebenrolle, da seine Wirtschaftskraft abgenommen hat und ebenfalls kaum Messen dort stattfinden.

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Prag immer noch Spitzenreiter

In Tschechien kann Prag keine andere Stadt etwas vormachen. Ihre Wirtschaftsleistung wächst stetig und auch die Investoren bleiben der Stadt treu. Dafür sprechen die über 70 Messeveranstaltungen, die per Bus, Bahn, Auto und Flugzeug aus zahlreichen deutschen Städten schnell erreichbar sind. Die Hotels und Verpflegung sind bereits zu günstigen Preisen erwerbbar. Je nach Geschmack kann es aber auch teurer sein. Um Brünn ist es zwar in letzter Zeit lauter geworden, trotzdem liegt es noch weit hinter Prag. Nur im Bereich Messe kann es mit 60 Veranstaltungen einigermaßen mit Prag mithalten.

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Warschau – die unangefochtene Nummer Eins

Egal wie sehr sich die anderen polnischen Städte und Investoren bemühen Warschau von der Spitze zu treiben, es klappt einfach nicht. Bezüglich Investitionen hat die polnische Hauptstadt nach wie vor die Nase vorn und auch im Messebereich hat sie Posen den Rang abgelaufen. Zwar gilt Posen als die wichtigste Messestadt Polens schlechthin, Warschau hat diese im letzten Jahr jedoch mit 20 weiteren Veranstaltungen übertrumpft. Die Fluganbindung ist sehr gut. Die Anfahrt mit dem Auto über die A2 ist ebenfalls unproblematisch. Der einzige Nachteil ist hierbei die anfallende Maut. Eine Zugfahrt ist nicht zu empfehlen, da der Zug über sechs Stunden fährt (wenn dieser pünktlich ist!). Hotel und Verpflegung kann hier von günstig bis teuer erworben werden. Eine einstündige Taxifahrt ist mit 25 Euro bezahlbar.

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Astana auf der Überholspur

Nicht nur aufgrund der EXPO 2017 investiert Kasachstan immer mehr in seine Hauptstadt Astana, sondern auch weil sie der Knotenpunkt für viele Fluganbindungen ist und hierauf aufgebaut werden soll. Die Anbindungen sind gut und die kasachische Fluggesellschaft bietet nicht nur faire Preise an, sondern ebenfalls Service auf besonders hohem Niveau. Darüber hinaus soll der Flughafen ausgebaut werden, um mehr Passagiere bedienen zu können. Bei der Hotelbuchung sollte man besonders aufpassen, da hier viele Hotels überteuert sind und der Preis nicht dem erwarteten Standard entspricht. Lesen Sie sich daher die Bewertungen besonders sorgfältig durch oder hören Sie auf Bekannte, die dort bereits auf ihrer Geschäftsreise waren. Taxis bekommen Sie hier unproblematisch an jeder Ecke. Nur an der kasachischen Pünktlichkeit hapert es ein wenig.

Eindeutig erkennbar ist, dass die Hauptstädte in den angesprochenen osteuropäischen Ländern den ersten Platz im Wirtschafts- und Messebereich belegen und dort die meisten Investitionen getätigt werden. Dies wird sich auch nicht so schnell wieder ändern. Abschließend ist zusagen, dass sich Investitionen in allen osteuropäischen Hauptstädten rentieren. Zu beachten ist nur, die Kontinuität und Verbesserung der Wirtschaftsleistung. Wenn diese nicht gegeben ist, sollte von einer Investition abgesehen werden.

7 TOP SPA-KURORTE IN BULGARIEN

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Unabhängig davon, ob Sie eine kurze Geschäftsreise nach Bulgarien planen, bei der Sie nur über einige wenige Tage verfügen, um einen erfolgreichen Geschäftsabschluss zu verzeichnen, oder Sie gerade Urlaub im Inland machen, können Sie immer das Nützliche mit dem Angenehmen verbinden. Bulgarien bietet ausgezeichnete Möglichkeiten für Wellness- und Kurreisen an. Auch wenn Sie nur über einen oder zwei Tagen verfügen, gönnen Sie sich unbedingt eine kurze Pause in eins der besten SPA-Zentren im Inland, die sich nicht weit von der Hauptstadt Sofia befinden.

Interessant ist die Tatsache, dass es über 225 Orte in Bulgarien gibt, in denen es Mineralquellen mit unterschiedlicher chemischer Zusammensetzung gibt. Für das kleine Bulgarien ist dies ein wertvolles Reichtum. Die meisten Mineralquellen befinden sich im Südbulgarienetwa 150.  Die restlichen Mineralquellen befinden sich im nördlichen Teil des Landes.

Heute möchten wir Ihnen 7 der meist besuchten Wellness- und SPA-Kurorte in Bulgarien vorstellen, die jährlich ein Magnet für tausende Touristen sind. 

  1. Velingrad

Die Stadt, deren Geschichte noch aus der Zeit der Thraker stammt, gilt als die SPA-Hauptstadt auf der Balkaninsel schlechthin. Was die Zahl und die Vielfalt von Mineralquellen anbelangt, ist Velingrad der Spitzenreiter in Bulgarien, wobei sich etwa 80 der Quellen in und um die Stadt befinden. Ihre Temperatur variiert zwischen 28 °C und 91 °C.

Die heißeste Quelle befindet sich im Viertel Kamenitsa. Die Wassertemperatur erreicht hier bis zu 91 °C. Hier befindet sich auch die größte Karstquelle Bulgariens „Kleptuza“.

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Die Kleptuza-Qelle in Velingrad

Das Mineralwasser in Bulgarien hat eine wohltuende Wirkung auf den Stütz- und  Bewegungsapparat, verbessert den Zustand bei neurologischen Erkrankungen, Hypertonie, bei gynäkologischen und urologischen Erkrankungen, bei Erkrankungen der Atemwege sowie bei Magen- und Darmerkrankungen. Das Wasser hat nicht nur eine heilende Wirkung, sondern es gibt einem das Gefühl, jünger und schöner zu sein.

Viele der exklusiven Hotels in der Stadt bieten moderne SPA-Behandlungen an, die auch den anspruchsvollsten Geschmack zufriedenstellen können.

Der Kurort eignet sich für einen Urlaub das ganze Jahr hindurch, da sich der Ort in einer malerischen Gebirgslandschaft im Süd-Rhodopen befindet. Im Winter bietet der Kurort Möglichkeiten für Skisport an, und im Sommer – unzählige Möglichkeiten zum Wandern durch wunderschöne Gebirgslandschaften.

  1. Sandanski

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Ein Blick über die Stadt Sandanski

Sandanski ist der zweitberühmte Balneologie-Kurort in Bulgarien und ist südwestlichen Teil des Landes am Fuße des Pirin-Gebirges nahe der Stadt Melnik gelegen. Die Thraker hatten früher diese Stadt namens Medius gegründet. In der römischen Zeit hieß sie Dezudava.  Der Legende nach wurde in dieser Region Spartakus vom thrakischen Stamm der Medi geboren. Das Spartakus-Denkmal ist eins der Symbole dieser Stadt. In der Region sprudeln über 80 Quellen, deren Temperatur von 42 °C bis zu 81 °C variiert. Das Mineralwasser ist schwach mineralisiert und reich an chemischen Elementen. Hier wirken sich das Heilwasser in Verbindung mit dem spezifischen Klima mit Mittelmeereinfluss günstig auf Erkrankungen der Atemwege, arthro-rheumatische Erkrankungen, Erkrankungen des Stütz- und Bewegungsapparats, des peripheren Nervensystems u.a. aus.

  1. Bankya

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Das zentrale Bad in der Stadt Bankya (www.bulgariatravel.org)

Die frühere Stadt Bankya ist heute bereits ein Teil von Sofia und am nächsten der Hauptstadt gelegenen Balneologie-Kurort (Die Entfernung beträgt 17 km).  Die Stadt ist durch ihr Mineralwasser bekannt, dessen Temperatur 36,5 °C – 37°C beträgt. Das klare, geruchslose Wasser ist schwach mineralisiert, hypothermal, hat eine geringe Härte sowie sehr angenehme Geschmackseigenschaften und ist für den täglichen Verzehr geeignet. Es findet erfolgreich Anwendung bei Behandlungen von Erkrankungen des Herz- Kreislaufsystems und Störungen des Nervensystems.

  1. Sapareva Banya

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Der Mineralwasserbecken in Sapareva Banya 

Sapareva Banya befindet sich im Westen Bulgariens, etwa 70 km entfernt von Sofia, am Fuße des Nordhangs von Rila-Gebirge. Hier befindet sich die Thermalquelle mit der höchsten Temperatur in Bulgarien. Dabei handelt es sich um den einzigen Geysir (103°C) in Bulgarien und auf dem europäischen Festland. Das hiesige Wasser kuriert Erkrankungen des Stütz- und Bewegungsapparats, des peripheren Nervensystems, gynäkologische Erkrankungen, akute und chronische Schwermetallvergiftungen, Hauterkrankungen, Erkrankungen der oberen Atemwege u.a.

5. Hisarya

Hisarya ist eine der ältesten und der populärsten Balneologie- und SPA-Zentren Bulgariens. Der Kurort ist etwa 40 km nördlich von Plovdiv am Fuße des Südhangs vom Mittelgebirge gelegen. Hisarya, in der Vergangenheit als Augusta, Dioklezianopol, Alexiopolis bekannt, besitzt eine jahrtausendreiche Geschichte. Das günstige Klima und das Thermalwasser haben die Menschen schon in früheren Zeiten angezogen. In dieser Gegend existierte schon im V-IV Jhd. v. Chr. eine uralte Siedlung. Die spätere thrakische Siedlung, die um die Thermalquellen entstand, befand sich im Königreich der Odrysen. Um die Thermalquellen wurden religiöse Heiltempel errichtet. Zu den kulturellen Sehenswürdigkeiten der Stadt gehören auch Überreste aus Römischer Zeit.

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Die Festung in Hisarya

Im Kurort selbst sprudeln 22 Quellen, die nah aneinander gelegen sind und unterschiedliche physikalische und chemische Eigenschaften und Temperatur aufweisen, die zwischen 41 °C und 52 °C variiert. Das Mineralwasser heilt vor allen Dingen urologische-, Gallen-, Magen- und Darm- sowie Lebererkrankungen als auch Erkrankungen des Stütz-und Bewegungsapparats. Das Wasser ist schwach mineralisiert, geruchs- und farblos, mit einem angenehmen Geschmack und wird als Heiltrunk in Flaschen angeboten.

6. Devin

Devin ist im Devin-Gebirge in den Rhodopen gelegen und bietet viel Ruhe und Abgeschiedenheit an. Die klare Gebirgsluft sorgt für eine schnelle Erholung und Vitalität. Diese Stadt wurde schon in früheren Zeiten von den Thrakern bewohnt. Im Laufe der Jahrtausende war sie unter dem Einfluss unterschiedlicher Staaten und Mächte: über das Königreich der Odrysen und das Osmanische Imperium bis zu heutigem Bulgarien. Diese Einflüsse haben viel zum reichen kulturellen Erbe von Devin beigetragen.

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Hotel „Orpheus“ in Devin

Die Stadt in den Rhodopen ist durch seine Mineralquellen berühmt, deren Temperatur zwischen 16 °С und 76 °C variiert. Durch äußere Anwendung kuriert das Wasser Erkrankungen des Stütz- und Bewegungsapparats, des Nervensystems, des Geschlechtssystems sowie Hautkrankheiten. Durch innere Anwendung werden Magen- und Darm-, Gallen- und Leber-, urologische- und Stoffwechselerkrankungen behandelt. Zudem wirken sie sich günstig auf Erkrankungen des Atemsystems aus.

7. Varshets

Die Stadt Varshets liegt am Fuße der Westausläufer des Stara-Planina-Gebirges (Balkangebirge), 90 km von Sofia entfernt.  Vashets ist der älteste Balneologie-Kurort in Bulgarien. Das kalkfreie Wasser ist bulgarienweit eines der Wässer mit der geringsten Härte. Das Mineralwasser in Varshets kuriert Erkrankungen des Nerven- und Herz-Kreislaufsystems als auch des Stütz- und Bewegungsapparats. Dieser Kurort war ein beliebter Platz für die Sofioter Aristokratie der 30-er Jahre, als das zweite staatliche Mineralbad sowie viele Gebäude nach dem Stil von Baden-Baden errichtet wurden. Das Mineralbad ist nach antiker Stil gebaut und um das Bad herum wachsen hübsche Villen und Hotels, die sich auf den beiden Seiten der Platanenallee aneinanderreihen. In 1934 wurde im Stadtzentrum den Sonnengarten errichtet, der bis heute jährlich tausende Touristen anzieht. Dies ist die zweit größte künstlich angelegte Parkanlage in Bulgarien nach dem Boris-Park in Sofia und verfügt über Kieferbäume und exotische Pflanzen, die auf etwa 800 daa eingepflanzt wurden.

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Das Neubad in Varshets

Zusätzlich zu den Top 7 SPA-Kurorte in Bulgarien sind auch die Schwarzmeerkurorte zu erwähnen, die im Sommer Millionen von Touristen an die Schwarzmeerküste anlocken und tolle SPA-Möglichkeiten anbieten. Albena, Goldstrand und Pomorie sind nur drei der Kurorte mit Heilwasser. Albena ist durch das heilende Mineralwasser und den Heilschlamm (Haff-Schlamm) berühmt. Das Wasser ist für die Behandlung von Atemweg- sowie Herz- und Gefäßerkrankungen, Störungen des Stütz- und Bewegungsapparates, neurologische, gynäkologische, Haut- und sonstige Erkrankungen geeignet. In Goldstrand trägt das günstige Klima zusammen mit dem Mineralwasser zu einer erfolgreichen Behandlung von Arthritis, Stress, Neurosen, Bronchitis und Asthma bei.

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Das kleine Städtchen Pomorie ist einer der populärsten Balneologie-Kurorte an der Schwarzmeerküste. Dort befindet sich das eigenartige für Bulgarien Pomorie-See, aus dem Haffschlamm mit unbestrittenen heilkräftigen Eigenschaften gewonnen wird. Dieser ist reich an Wasserstoff, Magnesium, Chlor, Kalzium, Natrium und Sulfaten und ist sehr gesund für den menschlichen Organismus. Die Mineralwässer im Kurort und die jodreiche Seeluft wirken sich günstig auf die Behandlung von Erkrankungen des Stütz- und Bewegungsapparates, von gynäkologischen-, chirurgischen und traumatischen Erkrankungen, von Hautkrankheiten, Erkrankungen des peripheren Nervensystems, Herz- und Kreislauferkrankungen, Lebererkrankungen u.a. aus

Lohnenswerte Investitionen in tschechische Einkaufszentren

Bereits seit einiger Zeit investieren immer mehr westeuropäische Investoren ihr Geld in osteuropäische Einkaufszentren, die besonders viel Geld einbringen. Dazu verleiten sie aber auch die erschwinglichen Kreditkosten. Auf diese Investitionsidee ist ebenfalls deutscher Investor gekommen und zwar kein unbekannter…

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EuroShop investiert noch mehr Geld in osteuropäische Einkaufszentren

Nach dem Erwerb des Prager Shopping Centers „Palladium“ ist der deutsche Investor EuroShop laut Gerüchten an dem Brünner Shopping Center „Olympia“ interessiert und wird dieses höchstwahrscheinlich auch ergattern. Es ist mit 89.000 Quadratmetern eins der größten Einkaufszentren in ganz Tschechien, was noch mehr für den Erwerb spricht.

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Die deutschen Investoren sind keine Neulinge in diesem Bereich, da sie bereits mehrere Einkaufszentren in Deutschland, Polen, Österreich und Ungarn besitzen. Da das Geschäft so gut läuft, kriegen sie einfach nicht genug davon und wittern in Brünn ihre nächste große Chance.

Erschwingliche Kredite in Tschechien

Aufgrund der niedrigen Zinsen lohnt sich die Aufnahme eines Darlehens umso mehr für die deutschen Investoren. Das hat Auswirkungen auf den Investitionsboom in Tschechien, welcher im Jahr 2016 einen Rekord gebrochen hat.

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Bemerkenswert ist, dass es in ganz Tschechien 120 Einkaufszentren gibt und sich dies immer noch lohnt. Die Freude am Konsum lässt bei den Tschechen nämlich einfach nicht nach und lässt die Investoren dadurch positiv in die Zukunft blicken und die Zweifel in den Hintergrund treten. Deshalb werden laut jüngsten Prognosen noch in diesem Jahr 7 neue Einkaufszentren auf tschechischem Boden eröffnet, was die Eröffnungszahl im Vergleich zum letzten Jahr verdoppeln würde. Unter anderem wird das Einkaufszentrum „Chodov“ in Prag wiedereröffnet. Aber der Fokus der Investoren liegt nicht nur auf der tschechischen Hauptstadt, sondern ebenfalls auf den kleineren Städten, wo in diesem Jahr Zentren eröffnet werden.

Falls Sie an einer Investition in Tschechien interessiert sind, wäre gerade dies der richtige Zeitpunkt, um sich über eine Investition in tschechische Einkaufszentren zu informieren. Das Potenzial Prags ist bei weitem noch nicht ausgeschöpft, weshalb Sie sich Ihre Chance hierbei besonders gut überlegen sollten.

Katastrophale Arbeitsbedingungen in der osteuropäischen Schuhbranche – Können diese in Zukunft verbessert werden?

Laut der Studie „Change Your Shoes“ sind osteuropäische Arbeiter, die in der Schuhproduktion tätig sind, Tag für Tag miserablen Arbeitsbedingungen ausgesetzt, worauf viele Menschenrechts- und Umweltschutzorganisationen aufmerksam machen, aber wird dies etwas bringen? Können angemessene Arbeitsvoraussetzungen für die Arbeiter geschaffen werden oder sucht man vergeblich nach einer Lösung?

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Hungerlöhne, Stress und Überstunden…

…genau so kann man sich die Arbeitsbedingungen in osteuropäischen Schuhunternehmen vorstellen. Die Arbeiter sind ständigem Druck ausgesetzt die Schuhproduktion in einer gewissen Zeit durchzuführen, dabei soll auch noch die Qualität stimmen. Chemikalien werden nebenbei zusätzlich eingeatmet und das ohne Schutzmaske! – Und das alles wird mit einem Hungerlohn beglichen…

Die Studie „Change Your Shoes“ hat dies herausgefunden, als sie verschiedene Schuhproduktionsunternehmen in Albanien, Bosnien-Herzegowina, Rumänien, Polen, Slowakei und Mazedonien näher untersucht hat. Im Vergleich zu China verdienen die albanischen, mazedonischen und rumänischen Arbeiter sogar weniger. Dies soll aber dem üblichen Arbeitslohn in diesen Ländern entsprechen. Trotzdem ist dies zu wenig, um eine Familie ernähren zu können.

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Schuhunternehmen sorgen sich nicht um ihre Mitarbeiter!

Dieser Meinung sind verschiedene Menschenrechtsunternehmen. Die Zustände bei der Produktion sollen vielen Unternehmern total egal sein. Es interessieren sie nur die niedrigen Kosten und die dabei entstehende Qualität der Schuhe, der Gesundheit ihrer Mitarbeiter wird keine hohe Wichtigkeit zugeschrieben. Lediglich drei Schuhunternehmen Adidas, Eurosko und El Naturalista wollten bewusst auf die Fragen der Studieninitiatoren antworten. Das größte Problem stellt die Zuliefererkette dar. Die Unternehmen wissen nämlich nicht genau, woher die jeweiligen Artikel kommen und verlieren dadurch gleichzeitig den Überblick über die Arbeitsbedingungen, für die sie im Endeffekte nicht alleine zuständig sind, sondern auch die jeweiligen Unternehmen, die sie engagieren.

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Ist eine Verbesserung in Sicht?

Der deutsche Bundesverband der Schuh- und Lederwarenindustrie nimmt die deutschen Unternehmen hierbei in Schutz und kann nicht verstehen, wie alle Unternehmen über einen Kamm geschert werden können. Immerhin setzen sich die deutschen Unternehmen seit einer geraumen Zeit für Nachhaltigkeit in der Produktion im In- sowie Ausland ein, wodurch die sozialen und ökologischen Standards sogar zu den höchsten weltweit gehören.

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Demnach sollten deutsche Unternehmen kaum verbesserungswürdig sein, doch was ist mit den in Osteuropa ansässigen deutschen Unternehmen? Kann der Bundesverband hierfür ebenfalls seine Hand ins Feuer legen? Hierbei liegt nämlich das Hauptproblem: Diese Unternehmen werden nicht immer und nicht so stark kontrolliert wie die in Deutschland ansässigen Unternehmen. Über die Produktion der Artikel von anderen Unternehmen, die dann wiederum im Schuhunternehmen verwendet werden, ist kaum bis gar nichts bekannt. Auf welche Weise sollen diese dann kontrolliert werden können? Ein erster Schritt wäre es regelmäßige Kontrollen einzuführen und das auch bei Unternehmen, die nur Kleinigkeiten für die Hauptunternehmen herstellen. Die schlimmsten Arbeitsbedingungen herrschen nämlich bei diesen. An allererster Stelle sollte jedoch die Gesundheit jedes einzelnen Mitarbeiters stehen.

Boom des Augenoptikmarktes in Litauen

In Litauen steigt der Umsatz des Augenoptikmarktes stetig an und es ist zunächst kein Ende in Sicht, da für viele Litauer die Brille ein Modeaccessoire darstellt. Noch sind deutsche Unternehmen in dieser Branche unterrepräsentiert, aber vielleicht ändert sich dies ja demnächst…

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Erfahren Sie in unserem Artikel, warum eine Investition in den litauischen Augenoptikmarkt lohnenswert ist!

Anstieg der Löhne und gleichzeitige Ausgabensteigerung

Da der Lohn der Litauer vor sieben Jahren um 4,1 % angehoben wurde, steigt deren Kauflust stetig von Jahr zu Jahr an. Im letzten Jahr wurde ein Kaufboom um 5,5 % prognostiziert, in diesem Jahr soll dieser 3,5 % ausmachen.

Der einzige Nachteil für Investoren in dieser Branche sind die extrem niedrigen Preise in Litauen. Diese liegen sogar um ca. 37 % unter dem Preisniveau der restlichen EU-Staaten.

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Aufschwung im Brillenmarkt

Der Brillenmarkt kann sogar einen größeren Kaufboom als der Durchschnitt im Einzelhandel verzeichnen. Er ist nämlich vor zwei Jahren um satte 20 % gewachsen. Besonders erfolgreich ist das litauische Unternehmen „Optikos Pasaulis“, welches ca. 90 Niederlassungen in ganz Litauen hat. Durch diese Investitionen musste der Brillenriese aber auch einen herben Rückschlag erleiden und einige Verluste verzeichnen.

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Wer keine Brille trägt, ist nicht in!

Die Ansicht der Litauer bezüglich der Augenmode hat sich in den letzten Jahren stark verändert: Die Brille wird nicht mehr nur aufgrund der Notwendigkeit erworben, sondern ebenfalls weil diese dem Kunden gefällt und er sie als Modeaccessoire trägt, wodurch sich die Zielgruppe des gesamten Brillenmarktes erweitert. Diesen Trend hat auch das deutsche Unternehmen Fielmann für sich entdeckt und bereits in den litauischen Markt investiert.

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Als Filiale eignen sich insbesondere große Einkaufszentren, die viele Litauer anziehen. Es ist jedoch nicht besonders einfach ein Geschäft dort zu ergattern. Hierum sollten Sie sich einige Zeit vorher bemühen und bestenfalls auf Dolmetscherdienste bei Verhandlungen zurückgreifen. Dann wissen Sie sich selbst nämlich auf der richtigen Seite!

Importabhängigkeit der Litauer

Da Litauen nicht gerade dafür berühmt ist Brillen, Gläser und andere bedeutende Produkte für den Brillenmarkt herzustellen, ist das Land vom Import sehr abhängig. Deutschland gehört zu den Top 3 der Importeure in Litauen, davor liegen Polen und das Vereinigte Königreich.

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Wie unschwer zu erkennen ist, ist in dieser Branche noch Luft nach oben da. Vor allem mit Importen von Augenoptikartikeln nach Litauen kann man sich derzeit eine goldene Nase verdienen. Überlegen Sie sich in naher Zukunft gut in welchen Markt Sie investieren wollen. Vielleicht ist gerade die Brillenbranche das Richtige für Sie!

Georgische Parlamentswahlen 2016 – Ein Fort- oder doch ein Rückschritt?

Anfang Oktober fanden die Parlamentswahlen in Georgien statt, wo die Partei „Georgischer Traum“ wieder die Mehrheit der Stimmen erhielt. Dieses Mal war es jedoch laut Umfragen knapp. Ist es ein Zeichen dafür, dass sich die georgischen Wähler langsam gegen die demokratisch eingestellte Partei wenden und sich auf die Seite prorussischer Parteien stellen?

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Knappe Mehrheit

Bis zuletzt war die Wahl ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen dem „Georgischen Traum“ und der „Vereinten Nationalen Bewegung“. Dies wurde jedenfalls laut den Umfragen prophezeit. In Wahrheit war die demokratische Partei der oppositionellen Partei aber deutlich überlegen. Sie gewann nämlich mit knapp 49 % der Stimmen. Die Opposition konnte es nur auf 26 % bringen.

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In Georgien wird nach folgendem Prinzip abgestimmt: 77 Parlamentsabgeordnete werden nach dem Verhältniswahlrecht, 73 Abgeordnete werden hingegen direkt in Einpersonenwahlkreisen gewählt, was typisch für ehemalige SU-Staaten ist.

Angespannte Stimmung

Der seit vielen Jahren bestehende Konflikt zwischen Russland und Georgien wegen der Autonomen Republik Abchasien, die von Russland beeinflusst wird, trägt zur angespannten Stimmung in der Bevölkerung und Politik bei. Georgien wünscht sich eine erneute Eingliederung Abchasiens in ihr Territorium, doch dies gestaltet sich durch Russland umso problematischer. Zusätzlich trägt die Ausrichtung Georgiens in Richtung Westen zur negativen Stimmung bei, da Russland nicht viel davon hält. Dadurch kam es zu mehreren Anfeindungen gegenüber den Kandidaten. Auch Wahllokale und ihre Sicherheitskräfte blieben nicht verschont – sie wurden mit Steinen beworfen. Dies geschah aber nicht grundlos. Die georgische Bevölkerung ist von den Politikern enttäuscht, die mehr Jobs versprachen, dabei hat sich seit der letzten Wahl kaum was getan… Dazu trägt außerdem die Instabilität der Parteien bei.

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Die dritte Partei im Bunde – Allianz der Patrioten Georgiens (PAG)

Auch die „Allianz der Patrioten Georgiens“ durfte in das Parlament ziehen, was ein kompletter Schock für den georgischen Staat war, da diese Partei sehr konservativ und nationalistisch eingestellt ist. Durch eine Art Propaganda hat sie sich einen Platz im Parlament erschlichen, da sie seit 6 Jahren täglich auf einem Sender zusehen. Die Parteiführer wenden sich mit speziellen Botschaften an die Regierung, um diese zu beeinflussen und auf ihre Seite zu ziehen.

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An sich sollte die Wahl der Partei „Georgischer Traum“ positiv beäugt werden, da sie westlich eingestellt ist und die europäischen Werte vertritt. Trotzdem ist es erschreckend zu beobachten, dass zur selben Zeit die PAG ins Parlament zieht, welche die genau gegenteiligen Werte vertritt. Es kann ein Schrei nach Veränderung sein, da die georgische Bevölkerung mit der derzeitigen politischen und wirtschaftlichen Lage sehr unzufrieden ist. Ihr Einzug ins Parlament könnte aber auch auf die leichte Schulter genommen werden, da sie immerhin nicht die Mehrheit der Stimmen erlangt hat.

Man kann sich sicher sein, dass sich Georgien zurzeit auf dem Weg zum richtigen Demokratiestaat befindet. Ob der Staat auch auf diesem bleiben wird, wird die Zukunft zeigen…

Ein Deutscher im bulgarischen Pirdop

Der Geschäftsführer von Aurubis Bulgarien Tim Kurth im Gespräch mit der bulgarischen Zeitschrift „Capital“

Von Iglika Philipova
Übersetzung: Ludmilla Eimer

Mit der freundlichen Genehmigung von „Capital“.

  1. November 2016

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Profil

Tim Kurth ist seit Juli 2014 Geschäftsführer von Aurubis Bulgarien. Er ist in Bremen geboren und hat Logistik an der Fachhochschule in Friedberg studiert. Seine Karriere begann bei der Firma Unilever, wo er von 1990 bis 2001 tätig war. 2004 nahm er seine Tätigkeit als Leiter der Logistik der Marken Milupa und Pullmol bei Numico auf und konzentrierte sich hier hauptsächlich auf die Planung und den Rohstofferwerb für die Firmentätigkeit. Von 2004 bis 2006 lebte und arbeitete er in Opole, Polen, wo er als Direktor der Lieferkette tätig war. Seine Karriere bei der Norddeutschen Affinerie (die ehemalige Bezeichnung von Aurubis) begann 2006. Bis Ende 2014 ist er bis zum Vizepräsident der kooperativen Logistik aufgestiegen. Im Zeitraum vom 2009 bis zum 2013 war er zusätzlich Manager der Innovationsabteilung im Konzern. Er nahm an der Umsetzung einer Reihe von Projekten der Gruppe teil, einschließlich in Bulgarien.

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Über die Firma

Aurubis Bulgarien ist ein Teil der deutschen Gruppe Aurubis, die der führende Kupferkonzern weltweit ist. Die Firma erwarb 2008 von der belgischen Firma Umicore noch unter dem alten Namen Norddeutsche Affinerie das Werk in Pirdop. Aurubis Bulgarien ist mit einem Ertrag von 4,3 Mrd. BGN für 2015 die zweitgrößte Firma im Inland. Die Firma beschäftigt 850 Mitarbeiter. Die Aurubis-Gruppe hat Werke in Europa und in den USA, die jährlich 1 Million Tonne Kupferkathoden (Kupfer mit sehr hoher Reinheit) sowie verschiedene Kupferprodukte wie Draht, Bänder, Stäbe u. a. herstellen. Die Firma stellt ebenfalls Edelmetale und viele weitere Produkte wie Schwefelsäure und Eisensilikat her. Die Gesamtgruppe beschäftigt insgesamt etwa 6300 Mitarbeiter. Kunden von Aurubis sind Firmen aus dem Bereich der Kupfergewinnung, der Elektronik, des Elektroingenieruwesens und der chemischen Industrie sowie auch Lieferanten für den Bau und den Fahrzeugbau.

 

Sie haben früher in Polen gearbeitet. Können Sie beide Länder vergleichen? Ist dort einfach, Geschäftsführer zu sein? Oder in Westeuropa?

Nein, ich würde nicht sagen, dass es einfacher ist. Zunächst einmal habe ich in Polen vor etwa zehn Jahren gearbeitet, bevor ich zu Aurubis kam. Seitdem hat sich allerdings einiges geändert. Außerdem war ich dort auch für ein internationales Unternehmen bzw. für ein niederländisches Unternehmen tätig und der Geschäfts- und der Führungsstil sind mehr oder weniger gleich in solchen Unternehmen.

Was war für Sie am schwierigsten, als Sie vor Jahren nach Bulgarien gekommen sind? Was hat Sie am meistens überrascht?

Ich war nicht überrascht, weil ich vorbereitet war. Fünf Jahre davor war ich regelmäßig auf Geschäftsreisen hier. Das aber, was sich für mich als eine echte Herausforderung erwies und bis heute eine solche geblieben ist, ist die bulgarische Sprache. Ich komme gerade von einem Sprachkurs zurück, den ich jede Woche besuche. Allerdings habe ich immer noch Schwierigkeiten, da ich zu Hause nicht einmal Russisch in der Schule hatte. Das Alphabet ist für mich auch ganz neu. Ich bin aber fest entschlossen, diese Sprache zu lernen.

Brauchen Sie denn Bulgarisch? Können Sie mit Englisch in Bulgarien nicht zurechtkommen?

Natürlich kommt man in Bulgarien auch ohne bulgarische Kenntnisse zurecht. Man kann in Deutschland auch ohne Deutsch zurechtkommen. Ich bin aber der Meinung, dass dies ein Zeichen von Achtung dem Land gegenüber ist, in dem ich arbeite, und zweitens ist mit der Beherrschung der Sprache alles viel einfacher. Es gibt bestimmte Gruppen, mit denen mal viel einfacher kommunizieren kann, wenn man die Sprache spricht, zum Beispiel mit der Gewerkschaft, mit den Bürgermeistern sowie auch mit einigen Firmenmitarbeitern. Daher bin ich der Meinung, dass der Nutzen sehr groß ist, wenn man die Sprache spricht.

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Hat Sie in Bulgarien etwas Anderes außer der Sprache gestört, wie z. B. Umfeld, Reglungen, Gesetze?

Sie sind einfach anders. Das, was mich verwundert, ist, dass die Menschen hier alles zusammen wegwerfen. Wahrscheinlich wissen Sie, dass wir in Deutschland Weltmeister in Abfalltrennung sind. Hier wird alles in einem Müllcontainer geworfen – Papier, Kunststoff, Metall. Das ist etwas, was mir tatsächlich nicht gefällt. Zum Glück haben wir hier im Büro und im Werk drei einzelne Container.

Was war Ihre schwierigste Entscheidung als Geschäftsführer?

Ich kann Ihnen nicht speziell eine Entscheidung nennen. Grundsätzlich ist es aber schwierig, wenn ein Kollege oder ein Mitarbeiter gegen unsere Werte arbeitet. Sie wissen, dass wir bestimmte Werte haben und versuchen, sie anzuwenden, sie einheitlich zu denken und zu befolgen. Aber es ist immer schade, wenn jemand aus dem Team dagegen steuert.

Was unternehmen Sie in solchen Fällen?

Es hängt davon ab, über welchen Wert wir sprechen und welchen Verstoß es gab. Falls es ein grober Verstoß war, dann müssen wir uns mit Sicherheit von dieser Person trennen. Das ist wirklich immer sehr schade, da wir sehr viel in unser Personal investieren. Wie bilden diese nicht nur in Bezug auf die Arbeit aus, sondern vermitteln ihnen auch soziale Fähigkeiten. Der Mitarbeiter investiert seinerseits seine Zeit in unseren Betrieb. Deshalb ist es immer sehr schade, wenn wir uns von jemanden trennen müssen. Das ist natürlich bei uns schon vorgekommen. Wir sind ein großer Betrieb und statistisch ist dies etwas ganz Normales.

Welcher Geschäftsführertyp sind Sie? Jemand, der die Zuständigkeiten teilt oder jemand, der alles unter Kontrolle halten möchte?

Es gibt nicht nur eine definitive Antwort auf diese Frage. Ich gebe Ihnen einige Beispiele, damit Sie verstehen, warum man auf unterschiedliche Menschen und Situationen anders reagieren muss. Zum Beispiel trage ich keine Krawatte, wenn ich im Werk bin. Aber wenn ich in der Oper bin, trage ich keine kurze Hose. Das bezieht sich auch auf den Führungsstil. Manchmal ist es erforderlich, von oben nach unten zu handeln. Wenn Ihr Haus brennt, informieren Sie sich nicht, wie sie den Brand löschen können, sondern rufen Sie die Feuerwehr an. Es gibt manche Situationen, in denen es erforderlich ist, sofort zu handeln. Ein anderes Mal steht uns mehr Zeit zur Verfügung. Dann ist es auf jeden Fall sinnvoll, das ganze Team miteinzubinden. Es hängt vom Menschen ab. Wenn er vor Kurzem in die Firma gekommen ist, dann benötigt er mehr Unterstützung. Wenn er Erfahrung hat, dann weiß er genau, was zu tun ist und man kann ihn selbständig handeln lassen.

Würden Sie sagen, dass es für alle Bulgaren etwas Gemeinsames gibt – etwas, was sie prägt und was Sie als merkwürdig oder seltsam empfinden?

Ja, sie haben etwas Gemeinsames. Ich möchte noch einmal an dieser Stelle betonen, dass es von Bedeutung ist, ob es sich um ein internationales Unternehmen handelt oder nicht. Aurubis ist seit acht Jahren hier, davor war das Unternehmen im Eigentum einer belgischen Firma (Umicore). Unsere Mitarbeiter haben lange in einem internationalen Unternehmen gearbeitet. Daher kann man nicht sagen, dass sie typisch bulgarische Mitarbeiter sind. Sie sind von verschiedenen Ländern und Führungsstile beeinflusst worden. Das, was mir sehr gefällt und sich stark von den Mitarbeitern in Westeuropa unterscheidet, ist der Enthusiasmus und die Motivation der Bulgaren sowie ihre Flexibilität und die Bemühung, noch mehr von sich zu geben. Die bulgarischen Mitarbeiter identifizieren sich viel stärker mit dem Unternehmen, als ich dies im Westen gesehen habe. Dort wird sehr deutlich zwischen Arbeit und Privatleben unterschieden. Hier gibt es eine wunderschöne Kombination von beiden. Zum Beispiel möchten unsere Mitarbeiter zusammen sein und den Freitagabend oder sogar den Samstag zusammenverbringen, wenn wir Seminare oder Veranstaltungen organisieren. Sie möchten auch ihre Freizeit zusammenverbringen.  Das findet man selten in Westeuropa. Etwas Anderes, was mir aufgefallen ist, dass Kollegen sehr oft mit ihren Familien etwas zusammen unternehmen. Im Westen werden Freunde und Familien vom Arbeitskreis ausgeschlossen. Diese Beziehungen helfen manchmal sehr. Es stimmt, dass man mehr Zeit investiert. Andererseits weiß man, dass man sich gegenseitig aufeinander verlassen kann.

Wem wird der Erfolg Ihres Unternehmens zugeschrieben?

Das hängt mit Sicherheit an erster Stelle vom Team ab. Der Erfolgt hängt von den Mitarbeitern ab. Außerdem schreitet unsere technologische Entwicklung weiter voran, was uns einen Wettbewerbsvorteil verschafft, wie z. B. bei der Verarbeitung von manchen Rohstoffen. Sehr wichtig ist außerdem die Tatsache, dass wir auf die Umwelt achten und noch bessere Ergebnisse als von den Gesetzen vorgegeben anstreben. Daher werden wir in unserer Arbeitsregion sehr gut aufgenommen. Die Behörden und die Menschen akzeptieren uns als Partner und gute Nachbarn. Und nicht zuletzt zu erwähnen ist die Tatsache, dass wir ein stabiles Geschäftsmodel haben. Wir erlauben uns nie Risikogeschäfte und verlassen uns auf ernsthafte Geschäftspartner. Wir sind ebenfalls zuverlässige Geschäftspartner für unsere Lieferanten und Kunden sowie auch für unsere Subunternehmer und Dritte, mit denen wir zusammenarbeiten.

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„Das, was mir sehr gefällt und sich stark von den Mitarbeitern in Westeuropa unterscheidet, ist der Enthusiasmus und die Motivation der Bulgaren sowie ihre Flexibilität und die Bemühung, noch mehr von sich zu geben.“

Rasanter Aufstieg der polnischen Kosmetikindustrie

Polnische Kosmetikmarken sind bereits seit mehreren Jahren erfolgreich, doch dieser Erfolg nimmt immer mehr zu und das sogar weltweit. Sie bieten nicht nur hochwertige Kosmetika an, sondern bieten den Kunden auch Neuheiten an, die sie bei anderen Kosmetikanbietern nicht erhalten können. Was die polnischen Kosmetika außerdem von den restlichen Kosmetikanbietern abhebt und wie sie zum Durchbruch gekommen sind, erfahren Sie in unserem Artikel.

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Anstieg polnischer Kosmetikunternehmen auf dem weltweiten Markt

Die Zahl der polnischen Kosmetikunternehmen nimmt in den letzten Jahren immer stärker zu, da sie ihre Kunden mit Neuheiten, angemessenen Preisen und qualitativen Artikeln überzeugen. Eine Rolle spielt hierbei jedoch auch die ins Auge fallende Verpackung sowie die ansprechende Vermarktung der Kosmetikartikel. Dadurch sind polnische Kosmetiklinien weltweit erfolgreich und machen sich im rasanten Tempo einen Namen. Auf einige dieser Unternehmen werden wir im Anschluss eingehen.

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Um die 19.000 Menschen sind in der Kosmetikbranche tätig, dazu gehören Wissenschaftler sowie gut ausgebildete Mitarbeiter. Zurzeit belegt der polnische Exportmarkt von Kosmetika und Körperpflegeprodukten den sechsten Platz in Europa und die Chance einen höheren Platz einzunehmen stehen sehr gut. Das liegt ebenfalls an den guten Ausbildungsmöglichkeiten im kosmetischen Bereich. Polen gehört zu den wenigen Ländern, die ein Kosmetologie-Studium anbieten. Außerdem war der EU-Beitritt Polens hierfür ein wichtiger Schritt, da die Produzenten dadurch einen besseren Zutritt zu den europäischen Märkten erlangt haben, Rechtsvorschriften für alle EU-Unternehmen normiert wurden und es eine Verständigung über ein gemeinschaftliche Notifizierung gibt.

Die 3 bekanntesten Kosmetiklinien: Eveline Cosmetics, Dr. Irena Eris und INGLOT

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Eveline Cosmetics

Bereits seit dem Jahr 1983 existiert die Kosmetikmarke Eveline Cosmetics, die ihre Kosmetika in über 70 Ländern verkauft. Dazu gehören einige Länder in Mitteleuropa sowie in den Vereinigten Staaten oder in Taiwan. Über 80 % der Produkte werden exportiert. Zum Verkaufsschlager gehört die Bodylotion mit Goldblättchen oder Diamant-Partikeln. Durch ihre regelmäßigen und strikten Qualitätsüberprüfungen während des Produktions-, Vertriebs- und Verkaufsprozesses wurde die Marke mit verschiedenen internationalen Preisen geehrt, u.a. durch den Prix de Beaute vom Magazin Cosmopolitan.

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Dr. Irena Eris

Die Kosmetikmarke Dr. Irena Eris konzentriert sich nicht nur auf die Produktion von Kosmetikartikeln, sondern betreibt ebenfalls Hotels und Schönheitsinstitute. Dafür investiert sie fast ihre gesamte Kraft in den polnischen Markt. Sie hat aber bereits erste Schritte unternommen, um sich auf ausländischen Märkten ebenfalls einen Namen zu machen und zwar in 28 Ländern, u.a. in Großbritannien und in den USA. Eine besondere Auszeichnung erhielt sie von der bekannten französischen Organisation Comite Colbert für „internationale Ambitionen, hochwertige Produkte, Innovation und ethisches Handeln“.

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INGLOT

Im Jahr 1983 begann die Erfolgsgeschichte von INGLOT in der polnischen Stadt Przemyśl. Heute ist das Unternehmen der Leader in der Produktion von Farbkosmetika auf der ganzen Welt. Am Angesagtesten ist das so genannte Freedom System, dank welchem man seine Lieblingslidschatten, seinen Lieblingspuder, seine Lieblingswangen-Rouges oder Lieblingslippenstifte miteinander kombinieren kann. Seit 2006 ist die Kosmetikmarke auf dem internationalen Markt aktiv und besitzt etwa 400 Kosmetiksalons in über 50 Ländern. Diese befinden sich u.a. an berühmten Ecken, wie z.B. in der 48. Straße in New York oder am Caesars Palace in Las Vegas. Darüber hinaus ist INGLOT bei der FashionWeek in verschiedenen Metropolen sowie bei anderen Mode-Veranstaltungen tätig. Fast 100 % der Kosmetikartikel werden in Polen hergestellt.

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Falls Sie noch nichts von einer der Kosmetikmarken gehört haben, sollten Sie aufmerksamer auf die Kosmetikmarken in Zeitschriften achten, dann werden Sie sicherlich auf eine dieser Marken stoßen. INGLOT besitzt bereits einige Kosmetiksalons in Deutschland, wie z.B. in Düsseldorf. Eine Überlegung wäre es sicherlich wert in die polnische Kosmetikbranche einzusteigen, die einen nahezu 100 % Erfolgsfaktor verspricht.

10 Lektionen, die zum erfolgreichen Geschäftsabschluss mit Ihren polnischen Partnern führen

Sie haben bereits mit einem polnischen Unternehmen Kontakt aufgenommen und stehen kurz vor dem ersten Treffen oder kooperieren schon seit längerer Zeit mit Polen oder eine Ihrer Niederlassungen befindet sich in Polen? Sie sind sich sicher, dass sich die Polen von ihrer Kultur her kaum von den Deutschen unterscheiden und, dass Sie ohne Probleme ein Geschäft abwickeln werden, da Sie ja bereits einige Male mit Ihren polnischen Partnern telefoniert haben. Aber es gibt einige Unterschiede, die Sie beachten müssen, damit Ihr Erfolgsgeschäft verwirklicht wird und nicht wie eine Seifenblase zerplatzt.

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Lektion Nr. 1: Frauen werden immer als erste begrüßt!

In Polen spielt bei der Begrüßung die Hierarchie der Mitarbeiter erst nach den Frauen eine Rolle, d.h. Frauen werden zuerst begrüßt, danach folgen Vorstand usw. Auch andere nette Gesten gegenüber Frauen werden gerne gesehen und als selbstverständlich angesehen (, obwohl der Trend immer rückläufiger ist.) Beim Essen sollten Sie der Frau, die neben Ihnen sitzt bspw. den Stuhl hervorziehen, damit diese sich setzen kann. Wenn Sie eine Lokalität verlassen, sollten Sie der Frau in den Mantel helfen. Ein Handkuss ist in Polen bis heute keine Seltenheit. Frauen werden von Ihren Mitarbeitern auch öfter mit Blumen beschenkt, wie z.B. am Weltfrauentag. Aber aufgepasst: Nur weil den Frauen besondere Aufmerksamkeit geschenkt wird, heißt es nicht, dass diese nicht emanzipiert sind. Im Gegenteil: Sie bekleiden oft hohe Positionen und ziehen sich körperbetont an.

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Lektion Nr. 2: Beachten Sie den Titel Ihres Geschäftspartners bei der Anrede!

Wenn Ihr Geschäftspartner einen bestimmten Titel besitzt, sollten Sie diesen bei der Anrede beachten. Er wird nämlich nur mit seiner Funktion bzw. seinem Titel angesprochen, der Nachname fällt hierbei weg. Ein Beispiel hierfür ist Herr Vorgesetzter – Panie kierowniku oder Herr Geschäftsführer – Panie prezesie.

Wenn Sie Ihren Geschäftspartner schon ein wenig besser kennengelernt haben und eine bestimmte Vertrauensbasis zwischen Ihnen besteht, können Sie zur persönlicheren Anrede übergehen, d.h. Herr/Frau plus Vorname, bspw. Pani Mario oder Panie Marcinie.

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Das Duzen ist in geschäftlichen Beziehungen eher unüblich, da man hier dieselbe Position bekleiden muss. Ansonsten kann es hierbei zu Missverständnissen kommen. Das Duzen ist nur im Freundeskreis üblich.

Lektion Nr. 3: Lernen Sie die wichtigsten polnischen Wörter!

Es ist klar, dass Polnisch keine Weltsprache ist, aber wenn Sie eine gute Beziehung zu Ihren polnischen Geschäftspartnern aufbauen wollen, sollten Sie Wörter wie Dzień dobry (Guten Tag, Guten Morgen), Do widzenia (Auf Wiedersehen, Tschüss), dziękuje (Danke) und prosze (Bitte) lernen. Damit können Sie Ihrem Geschäftspartner imponieren und er wird Sie dafür respektieren, dass Sie wenigstens versuchen die polnischen Wörter auszusprechen, obwohl er weiß, dass dies den meisten Ausländern sehr schwer fällt.

Lektion 4: Nehmen Sie eine Einladung zum Essen immer an!

Bei Polen steht die Gastfreundschaft ganz oben, egal ob es sich um Freunde oder Geschäftspartner handelt. Wenn Sie also eine Einladung zum Essen von Ihrem Geschäftspartner erhalten (und diese werden Sie sicherlich erhalten), sollten Sie diese auf alle Fälle annehmen, da dies sehr bedeutend ist und dadurch eine Schätzung der Partner zum Ausdruck kommt. Wenn Sie diese ablehnen sollten, könnten die Geschäftspartner das falsch auffassen und es dadurch zu Komplikationen bei den Geschäften kommen.

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Wenn Sie die Einladung annehmen, sollten Sie die polnischen Köstlichkeiten, die für Sie zubereitet wurden, probieren. Eine Ablehnung gilt als unhöflich. Sie sollten sich auch nicht wundern, dass der ganze Tisch voller verschiedener Speisen ist. Dies ist üblich für Polen. Egal ob es sich um eine Feierlichkeit, einen Feiertag, Geburtstag oder eine simple Einladung handelt, Polen tischen immer sehr viel auf, damit die Gäste ja nicht hungrig nach Hause gehen.

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Lektion Nr. 5: Lehnen Sie keinen Wodka beim Geschäftsessen ab!

Der Vorstand des polnischen Unternehmens möchte mit Ihnen beim Geschäftsessen mit einem Wodka anstoßen, um die gute Geschäftsbeziehung zu besiegeln. Sie wollen aber das Glas Wodka ablehnen. Das ist keine gute Idee! Ein Glas Wodka sollten Sie wenigstens zum Anstoßen annehmen, ansonsten fühlt sich der Gastgeber vor den Kopf gestoßen. Danach sollten Sie sich aber nicht dazu gezwungen fühlen Wodka zu trinken. Sie können auf anderen Alkohol wie Wein oder Bier umsteigen oder gänzlich auf Alkohol verzichten. Das nimmt Ihnen dann keiner übel.

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Lektion Nr. 6: Vermeiden Sie politische und geschichtliche Themen!

Wenn Sie mit Ihrem Geschäftspartner Smalltalk führen, sollten Sie politische und geschichtliche Themen vermeiden, da hier die Polen ziemlich sensibel sind. Außerdem ist jedem bekannt, dass die Deutschen und Polen keine positive Vergangenheit verbindet bspw. wegen dem 2. Weltkrieg und man möchte ja keine alten Wunden wieder aufreißen. Auch aktuelle politische Themen sind kein gutes Smalltalk-Thema, da die zurzeit an der Macht stehende konservative Partei PiS viele Gegner, aber auch Befürworter hat, wodurch es allein unter den Polen zu vielen Auseinandersetzungen während eines Gesprächs kommt. Auch die katholische Kirche sowie Papst Johannes Paul II. sollten nicht angesprochen werden, außer Sie haben etwas Positives darüber zu sagen. Der Katholizismus sowie die katholische Kirche haben nämlich einen sehr hohen Stellenwert in Polen. (Zur Info: Über 90 % der polnischen Bevölkerung ist katholisch!) Papst Johannes Paul II. wird bis heute sehr verehrt und ist eine bedeutende polnische Persönlichkeit.

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Lektion Nr. 7: Beachten Sie die andere Vorgehensweise bei Verhandlungen – erst kommt der Smalltalk, dann das Geschäft!

In Polen ist es wichtig erst einmal einen persönlichen Kontakt zu den Geschäftspartnern herzustellen, bevor man über das Geschäft spricht. Man versucht sich kennenzulernen und Smalltalk zu führen, um zu sehen, ob eine gemeinsame Basis für Verhandlungen gegeben ist. Aus diesem Grund hängt vom ersten Eindruck eine Menge ab. Legen Sie am Anfang einen großen Wert darauf eine gute Beziehung zum Partner aufzubauen, danach können Sie über die Geschäfte sprechen.

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Lektion Nr. 8: Wichtige Sachen sollten Sie persönlich besprechen!

Wenn Sie noch etwas Wichtiges in Bezug auf den Vertrag oder das Geschäft besprechen möchten, sollten Sie lieber einen persönlichen Termin mit Ihrem Partner ausmachen und alles persönlich besprechen. Wenn dies aufgrund der Entfernung nicht möglich sein sollte, suchen Sie lieber den telefonischen Kontakt als Ihre Sekretärin damit zu beauftragen eine E-Mail an Ihren polnischen Partner zu versenden. Das wird als sehr unpersönlich und herablassend empfunden. Dadurch könnten Sie die anfangs gut verlaufenden Geschäfte gefährden.

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Lektion Nr. 9: Hören Sie ein „vielleicht“ oder ein „mal sehen“ können Sie Ihren Geschäftsabschluss direkt vergessen!

Sie sollten wissen, dass es den Polen schwer fällt jemandem abzusagen oder „Nein“ zu sagen. Das ist nur bei einer klaren Abhängigkeitsbeziehung möglich, ansonsten wird es als unhöflich empfunden.

Ansonsten bestätigen Polen zögerlich etwas oder benutzen die Worte „vielleicht“ und „mal sehen“, um ihre negative Haltung gegenüber dem Vertragsabschluss auszudrücken. Hierbei sollten Sie demnach auf die Wortwahl Ihres Geschäftspartners achten, bevor Sie sich auf seine Bestätigung verlassen und dann doch nichts aus dem Geschäft wird.

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Lektion Nr. 10: Üben Sie keine direkte Kritik aus!

Polen umgehen Kritik und wollen selbst auch nicht kritisiert werden. Wenn Sie sich also vor den Kopf gestoßen fühlen, da das Geschäft nicht bzw. ein wenig später zustande kommt, sollten Sie nicht gleich ausfallend werden oder die innerbetrieblichen Prozesse kritisieren. Ihr polnischer Geschäftspartner könnte dies auf sich selbst projizieren und sich dadurch in seiner Würde verletzt fühlen. Das wäre dann der endgültige Todesstoß für Ihre Geschäfte.

 

All diese Punkte sind für Ihre Geschäftsbeziehung zu polnischen Geschäftspartnern wichtig und können bei einem Geschäftsabschluss ausschlaggeben sein. Wenn Sie ein gewisses Verständnis für die polnische Kultur mitbringen sowie respektvoll und höflich Ihrem Geschäftspartner und seinen Angestellten gegenüber auftreten, können Sie sich auf der sicheren Seite wissen, dass Ihr Geschäft zustande kommt.

Das ist nur ein kurzer Überblick über die Punkte, die für Ihr Geschäft mit Ihren polnischen Partnern von besonderer Wichtigkeit sind. Falls Sie noch weitere Fragen zu anderen Themenbereichen haben, können Sie uns gerne kontaktieren. Wir erklären Ihnen gerne, wie Sie in gewissen Situationen mit Ihren slawischen Partnern umgehen sollen. Wir freuen uns auf Ihre Kontaktaufnahme!