Armenien – Das neue Mekka der IT-Branche

Wer hätte gedacht, dass gerade Armeniens Wirtschaft so sehr boomt? Das Land hebt sich eindeutig von der Wirtschaft der restlichen eurasischen Länder ab. Trotzdem kann es sich noch nicht ganz gegen die IT-Hauptstadt, die sich in Kalifornien befindet, durchsetzen. Das liegt vor allem an seiner Unbekanntheit, an der bestehenden Denkweise sowie an dem herrschenden Unwissen über die ehemaligen SU-Staaten.

Mount Ararat and the Yerevan skyline

Mount Ararat and the Yerevan skyline. The Opera house is visible in the center.

Aufschwung von 0 auf 100 in der IT-Branche?

Doch Armenien befindet sich im vollkommenen Wandel und sogar IT-Spezialisten aus Kalifornien ziehen in die armenische Hauptstadt Jerewan um, um sich weiterzuentwickeln. Hier gibt es nämlich ca. 500 überwiegend junge IT-Unternehmen und eine Vielzahl von Spezialisten, die täglich viele Aufträge aus dem Ausland an Land ziehen. Sie programmieren Verschiedenes auf Kundenwunsch – bei Apps fängt der Spaß an. Was wenige wissen ist, dass schon zuzeiten der SU erstklassige Mathematiker in Armenien ihren Wohnsitz hatten. Seitdem zieht sich die Erfolgssträhne der Armenier und nun sind sie gar nicht mehr aufzuhalten. Die armenischen IT´ler wittern ihr großes Geschäft aber nicht nur in ihrer Heimathauptstadt, sondern ebenfalls bei großen, westlichen Unternehmen, welche an ihnen besonders interessiert sind. Die meisten von ihnen beherrschen die englische Sprache nämlich perfekt. Außerdem stimmen die Einstellung der Arbeiter und die armenische Arbeitskultur mit der westlichen Einstellung nahezu gänzlich überein, was ein zusätzliches Tor zwischen den beiden Kulturen öffnet.

armenisches-kloster

Herausragender Anstieg im wirtschaftlichen Bereich

Bemerkenswert ist das jährliche, durchschnittliche Wachstum der IT-Industrie in Armenien seit dem Jahr 2008. Außerdem stieg der Anteil an der Gesamtwirtschaftsleistung seit dem Jahr 2010 auf 5 Prozent an. Im Jahr erwirtschaftet die IT-Branche ca. eine halbe Milliarde Euro und ein weiterer Anstieg dieser wird vorhergesagt.

Auch der armenische BIP sowie die Exportzahlen steigen konstant an. Bei den restlichen eurasischen Ländern, die zur Eurasischen Wirtschaftsunion gehören, sieht dies ganz anders aus. Alle Länder mussten Verluste verzeichnen. Doch woran liegt das? Armenien ist viel unabhängiger von Russland als andere Länder. Beispielsweise exportiert es nur ca. ein Viertel seiner Waren nach Russland. Außerdem hat Armenien von den gegenüber Russland verhängten Sanktionen aber auch profitiert, da es dadurch mehr Agrarprodukte nach Russland importieren konnte.

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Zu unbekannt für internationale Investoren?

Einige Großinvestoren sind in Armenien bereits angesiedelt, ihre Anzahl kann man jedoch an einer Hand abzählen. Deutsche Unternehmen nehmen den vierten Platz unter den Investoren ein, wohingegen die Schweiz an der Spitze liegt. Beunruhigend ist für die armenische Wirtschaft jedoch der Rückgang des ADI´s im letzten Jahr. Dagegen soll nun die Deutsche Wirtschaftsvereinigung etwas tun. Sie ist nämlich für das Finden von Investoren, Unternehmensreisen u.ä. zuständig. Diesem liegen zwar einige Anfragen von deutschen Investoren vor, ein wirkliches Interesse dieser besteht jedoch nicht, da Armenien für diese meistens nur eine Ausweichmöglichkeit darstellt.

Eine weitere Schwierigkeit ist das fehlende Wissen der Investoren über Armenien, aber woher sollen diese mehr über das Land wissen, wenn dieses an der eigenen Vermarktung nicht interessiert ist? Daneben bestehen noch inländische Konflikte mit der Bürokratie und der problematischen Logistik, die u.a. unter der Schließung der Grenzen zu der Türkei und Aserbaidschan leidet.

Durch eine positive Selbstvermarktung könnte es sich jedoch ins rechte Licht stellen, da es viele Vorteile vorweisen kann. Die gesamte armenische Bevölkerung hat eine gute Bildung genossen, was das Schulfach Schach, welches die Logik der Kinder trainieren soll, beweist. Außerdem beträgt der Durchschnittslohn eines armenischen Arbeiters um die 350,00 Euro, was wirklich wenig ist. Auch die armenische Regierung ist für ausländische Kooperationen offen. Einer Investition in Armenien steht demnach nichts im Weg. IT-Unternehmen sollten vor allem nicht allzu lange überlegen, denn dann könnte es bereits zu spät für eine Investition sein…

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